Die Jugend-Enquete-Kommission 2025 hat ihr Policy Paper „Schule: Ein Ort für alle? – Bildungsgerechtigkeit in Deutschland“ in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern in Berlin offiziell an Vertreter:innen der Zivilgesellschaft übergeben. Ziel der Veranstaltung war es, die von jungen Menschen erarbeiteten Handlungsempfehlungen in den gesellschaftlichen und bildungspolitischen Dialog einzubringen und Impulse für mehr Bildungsgerechtigkeit zu setzen.
Die Veranstaltung brachte Akteur:innen aus Zivilgesellschaft, Bildungspolitik, Stiftungen, Initiativen sowie Schüler:innen- und Jugendvertretungen zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie ein Bildungssystem gestaltet werden kann, das allen Kindern und Jugendlichen unabhängig von sozialer Herkunft, Wohnort oder familiären Voraussetzungen faire Chancen eröffnet.
Zu den Anwesenden zählten unter anderem Christina Henke, Staatssekretärin für Bildung des Landes Berlin, sowie Amy Kirchhoff, Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz. Grußworte sprachen Josefine Meyer von der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern und Silke Zimmermann, geschäftsführende Vorständin der Nemetschek Stiftung. In einer Laudatio würdigte Yvonne Magwas, Schirmherrin der Jugend-Enquete-Kommission 2025 und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages a.D., das Engagement der Jugendlichen.
Nachdem sich die Jugend-Enquete-Kommission des Vorjahres mit dem Thema Demokratieförderung befasst hatte, knüpfte die Jugend-Enquete-Kommission 2025 mit dem Schwerpunkt Bildungsgerechtigkeit an diese Arbeit an. In den vergangenen Monaten arbeiteten 20 junge Menschen aus ganz Deutschland intensiv an der Frage, wie Schule als Ort des Ausgleichs sozialer Ungleichheiten gestärkt werden kann. Grundlage waren eigene Erfahrungen, fachliche Inputs sowie der Austausch mit Expert:innen aus Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft.
In ihrem Policy Paper formuliert die Jugend-Enquete-Kommission 2025 konkrete Handlungsempfehlungen für die Bundespolitik in vier zentralen Handlungsfeldern: den Abbau bürokratischer Hürden im Bildungssystem, die Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung, einen chancengerechten Umgang mit Migration und Vielfalt in Schule sowie die Stärkung der mentalen Gesundheit von Schüler:innen als Voraussetzung für erfolgreiche Bildungsbiografien. Die Kommission macht deutlich, dass Bildungserfolg in Deutschland weiterhin stark von sozialer Herkunft abhängt und Schule ihr Potenzial als Ort der Chancengleichheit bislang nicht ausreichend ausschöpft.
Die zentralen Forderungen des Policy Papers wurden im Rahmen der Veranstaltung von Mitgliedern der Jugend-Enquete-Kommission vorgestellt und im Anschluss mit den anwesenden Gästen diskutiert. In einer moderierten Gesprächsrunde sowie einer offenen Fishbowl-Diskussion kamen Kommissionsmitglieder, Vertreter:innen aus Politik und Zivilgesellschaft sowie das Publikum über konkrete Umsetzungsmöglichkeiten ins Gespräch.
„Wir wollen nicht mehr Objekt politischer Entscheidungen sein, sondern Subjekt werden – mitgestalten, mitentscheiden, mitverantworten“, betonte Johanna Heuchling, Co-Gründerin und Vorständin der Jugend-Enquete-Kommission e. V., im Rahmen der Veranstaltung.
Mit der Übergabe des Policy Papers an die Zivilgesellschaft ist der politische Prozess nicht abgeschlossen. Vielmehr versteht die Jugend-Enquete-Kommission e. V. die Veranstaltung als Auftakt für einen weiterführenden Dialog. Im März 2026 wird die Jugend-Enquete-Kommission 2025 ihr Policy Paper auf Einladung des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Deutschen Bundestag vorstellen und dort zur Diskussion stellen.
Über die Jugend-Enquete-Kommission e. V.
Die Jugend-Enquete-Kommission e. V. ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Deutschland. Seit 2021 setzt sich der Verein für eine stärkere, strukturell verankerte Beteiligung junger Menschen an politischen Entscheidungsprozessen ein. Kern der Arbeit ist die jährliche Organisation einer Jugend-Enquete-Kommission zu gesellschaftlich relevanten Themen. Die Ergebnisse werden in Form von Policy Papers veröffentlicht und an Vertreter:innen aus Politik und Gesellschaft übergeben.



