Wie verändern Fake News und Künstliche Intelligenz, was wir für wahr halten? Mit dieser Frage startet die neue Jugend-Enquete-Kommission. Vom 10. bis 12. April kamen in Dresden 20 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 27 Jahren erstmals zusammen, um sich des Themas anzunehmen. Im Mittelpunkt des Auftaktwochenendes standen das gegenseitige Kennenlernen und ein erster inhaltlicher Einstieg.

Ziel der Kommission ist es, aus dem Austausch untereinander und mit Fachleuten politische Handlungsempfehlungen zu entwickeln und so die Perspektive junger Menschen in die Politik zu tragen. Die Ergebnisse werden in einem Policy Paper (einem Positionspapier) zusammengefasst und an Abgeordnete des Bundestags übergeben.

Bereits beim Auftakt entstanden erste inhaltliche Ideen sowie Vorstellungen davon, wie die Kommission ihr Papier gestalten möchte. Unterstützung kommt dabei von Sebastian d’Huc, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestagsbüro des Abgeordneten Armand Zorn (SPD). Einen thematischen Einstieg gibt die freie Journalistin Bo Hyun Kim mit ihrem Vortrag „Was meinen wir eigentlich mit ‚Fake News‘?“. Sie arbeitet unter anderem für WDR, Tagesschau und FUNK. Am Sonntag tauscht sich die Kommission mit Anton Schoepe aus. Er war im vergangenen Jahr Mitglied der Kommission zum Thema Bildungsgerechtigkeit.

„Es ist wie jedes Jahr spannend zu sehen, wie viel Interesse die Jugendlichen am Thema mitbringen. Schon auf dem ersten Event finden harte, aber höfliche Diskussionen statt. Das ist vielversprechend!“, sagt Katharina Wimmer, Veranstaltungsleitung der JEK 26.

Die Arbeit der bisherigen Kommissionen der Jugend-Enquete-Kommission e.V. fand wiederholt Anklang in Politik und Medien. Beispielsweise das Policy Paper 2023 zum Rentensystem („Das Loch im Generationenvertrag“) nahmen mehr als 35 Bundestagsabgeordnete entgegen.

Das Policy Paper der diesjährigen Kommission wird voraussichtlich im Oktober 2026 an die Abgeordneten des Bundestags übergeben und gemeinsam diskutiert. Das nächste Treffen der Kommission findet vom 8. bis 10. Mai in Weimar statt.

Über die Jugend-Enquete-Kommission e. V.
Die Jugend-Enquete-Kommission e. V. ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Deutschland. Seit 2021 setzt sich der Verein für eine stärkere, strukturell verankerte Beteiligung junger Menschen an politischen Entscheidungsprozessen ein. Kern der Arbeit ist die jährliche Organisation einer Jugend-Enquete-Kommission zu gesellschaftlich relevanten Themen. Die Ergebnisse werden in Form von Policy Papers veröffentlicht und an Vertreter:innen aus Politik und Gesellschaft übergeben.