Welche Gefahr stellen Fake News und Künstliche Intelligenz für die Medienlandschaft in Deutschland dar? Mit dieser Frage haben sich vom 8. bis 10. Mai 2026 in Weimar 42 junge Menschen aus ganz Deutschland beschäftigt. Beim Bildungsevent der Jugend-Enquete-Kommission 2026 (JEK 26) tauschten sie sich in Vorträgen und Workshops mit Fachleuten aus Journalismus, Medienrecht und Medienwissenschaft darüber aus, wie Desinformation entsteht, wie Künstliche Intelligenz die Nachrichtenlage verändert und was das für eine verlässliche Berichterstattung bedeutet.
Neben den 20 Mitgliedern der Kommission nahmen 22 weitere junge Menschen teil. Im Mittelpunkt stand der Austausch untereinander: Die Gäste brachten eigene Perspektiven ein, die in die Arbeit der Kommission an ihrem Policy Paper (einem Positionspapier) einfließen werden.
Vorträge und Workshops mit Fachleuten aus Medien und Wissenschaft
Nach einem Auftaktvortrag über das deutsche Mediensystem fanden am Samstag drei Workshoprunden statt. Henrik Oerding (DIE ZEIT, Redakteur mit den Schwerpunkten Gaming und Gadgets im Ressort Digital) schilderte, wie KI-generierte Falschmeldungen und Deepfakes (täuschend echte, künstlich erzeugte Bilder und Videos) den Journalismus herausfordern. Dr. Franziska Martini (Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft, Jena) beleuchtete die Graubereiche von Desinformation und betonte die Bedeutung von Medienkompetenz und der Verantwortung großer Plattformen. Dr. Sebastian Rosengruen (Gründer und KI-Berater) analysierte, welche Risiken entstehen, wenn sich Jugendliche stark auf Algorithmen verlassen, und sprach sich für klarere gesetzliche Leitplanken im Umgang mit KI aus, etwa im Rahmen des EU AI Acts.
Am Sonntag hielt Dr. Christoph Abels (Universität Potsdam) den Abschlussvortrag zu Herausforderungen und Lösungsansätzen für den Schutz des Informationsraums. Zum Abschluss kamen die Teilnehmenden in kurzen Eins-zu-eins-Gesprächen nach dem Prinzip eines Speed-Datings zusammen und tauschten sich zu ihren Sichtweisen und offenen Fragen aus.
Ausblick: Übergabe des Policy Papers im Oktober
Die Ergebnisse des Bildungsevents fließen direkt in das Policy Paper der JEK 26 ein, das voraussichtlich im Oktober 2026 an Vertreter:innen aus Politik und Zivilgesellschaft übergeben wird.
Über die Jugend-Enquete-Kommission e. V.
Die Jugend-Enquete-Kommission e. V. ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Deutschland. Seit 2021 setzt sich der Verein für eine stärkere, strukturell verankerte Beteiligung junger Menschen an politischen Entscheidungsprozessen ein. Kern der Arbeit ist die jährliche Organisation einer Jugend-Enquete-Kommission zu gesellschaftlich relevanten Themen. Die Ergebnisse werden in Form von Policy Papers veröffentlicht und an Vertreter:innen aus Politik und Gesellschaft übergeben.



