Wie können wir die Medienlandschaft sicherer machen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Jugend-Enquete-Kommission 2026 (JEK 26) am vergangenen Wochenende. Vom 10. bis 12. Juli kommen die rund 20 Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Frankfurt am Main zusammen. Ziel des dritten gemeinsamen Treffens ist es, das Policy Paper (ein Positionspapier) zum Thema „Fake News und KI: Gefahren für die Medienlandschaft in Deutschland?“ fertigzustellen. In Arbeitsgruppen zu Unterthemen wie digitaler Gewalt und Social Media einigen sich die Mitglieder auf konkrete Forderungen und politische Maßnahmen.

„Das Wochenende hat unsere Arbeit entscheidend vorangebracht. Gemeinsam haben wir zentrale Forderungen erarbeitet und wichtige Grundlagen für unser Policy Paper geschaffen“, sagt Kommissionsmitglied Efe Satici.

Strafrecht und Deepfakes: Wo Gesetze an ihre Grenzen stoßen
Am Samstag hört die Kommission einen Fachvortrag von Lorenz Meinen, Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für IT-Strafrecht der Universität Bayreuth. Er stellt verschiedene Gesetzentwürfe zum Umgang mit Deepfakes vor, also mit täuschend echten, künstlich erzeugten Bildern und Videos. Dabei wird deutlich, welche Herausforderungen die genaue Formulierung eines solchen Gesetzestextes mit sich bringt.

„Die exakte Abgrenzung von strafwürdigen Themenbereichen ist entscheidend für die Qualität unserer Forderungen und die Seriosität unseres Positionspapiers“, so Satici.

Im weiteren Verlauf gibt Meinen eine Einschätzung zu einem Gesetzentwurf, den die Kommission selbst verfasst hat. Im Anschluss diskutieren die Teilnehmenden die vorgestellten Ansätze und deren Relevanz für ihr eigenes Papier.

Ausblick: Die Übergabe im Oktober

Die Ergebnisse der vergangenen Monate werden nun im Positionspapier aus Sicht der Jugend zusammengeführt. Die Forderungen sollen im Oktober an den Deutschen Bundestag und an zivilgesellschaftliche Akteure übergeben werden.

Über die Jugend-Enquete-Kommission e. V.
Die Jugend-Enquete-Kommission e. V. ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Deutschland. Seit 2021 setzt sich der Verein für eine stärkere, strukturell verankerte Beteiligung junger Menschen an politischen Entscheidungsprozessen ein. Kern der Arbeit ist die jährliche Organisation einer Jugend-Enquete-Kommission zu gesellschaftlich relevanten Themen. Die Ergebnisse werden in Form von Policy Papers veröffentlicht und an Vertreter:innen aus Politik und Gesellschaft übergeben.